CDU kann mit Legalisierung der Polygamie SPD und Grüne links überholen und konservativ bleiben.

Piraten-Chef Schlömer meint, die CDU sei moderner als die SPD.  Schlömer denkt dabei an Themen aus dem Bereich Arbeit und Soziales. Wenn Piraten und CDU aber noch ein bißchen weiter, ein bißchen moderner denken würden, könnten sie sich auch bei der von den Piraten befürworteten Polygamie einigen.

Wer die Motive von Befürwortern der Polygamie in Deutschland und anderen westlichen Ländern genau kennt, der weiß, dass viele von Ihnen langfristige, dauerhafte Beziehungen wollen. Dazu muss man sich nicht erst lange mit der seit rund zwei Jahren in den Medien so populär gewordenen Polyamorie und der dazu gehörigen Literatur beschäftigen, was ich dennoch jedem empfehle. Das konnte man in Deutschland schon 1997 in dem Artikel „Das Modell der Zukunft“ von Henryk. M. Broder im Spiegel lesen, über den ich hier berichtet habe.

Hier also meine Denkanregung für die CDU und die Piraten: Polygamie – in der freiwilligen Form, die ich befürworte – ist ein an konservativen Werten orientiertes Modell. Es geht den Polyamoristen und Polygamisten – oder Polyamanten, wie Piraten-Geschäftsführer Ponader es nennt – um dauerhafte, stabile familiäre Beziehungen in einem geregelten Beziehungsgefüge.

Das ist genau das, was auch die CDU und sogar die christlichen Kirchen unter Familie verstehen, nur dass sie es auf die Gemeinschaft von zwei Personen beschränken. Dafür aber gibt es eigentlich keinen vernüftigen Grund, und das Modell funktioniert für die Mehrzahl der Menschen in Deutschland nicht als Vorlage für dauerhafte Beziehungen (siehe die Scheidungsstatistiken).

Wenn also Polyamorie- und Polygamie-Befürworter im Grunde das gleiche wollen und sich nur in der Zahl der beteiligten Personen unterscheiden, dann kann es nüchtern betrachtet nicht so schwer sein, sich anzunähern.

So wie der britische Premier Cameron seit einiger Zeit die Home-Ehe als konservatives Programm propagiert, so könnte die CDU den kleinen Gedankensprung machen, die Polygamie als konservatives, weil familien- und stabiltätsorientiertes Modell zu begreifen, das gleichzeitig dank der Polybewegung und der Piraten hochmodern ist. Damit würde die CDU konservativ bleiben und dennoch gleichzeitig SPD und Grüne links überholen, sowie für die Piraten zum noch attraktiveren Partner werden.

Mit Horst Seehofer als populärem Mehrfachbeziehungs-Erfahrenen und Querdenker und Angela Merkel als seriöser Kanzlerin gewinnt die CDU dann auch die nächste Bundestagswahl. Um den aktuellen Wahlkampf-Slogan von Barack Obama aufzugreifen: Forward! Vorwärts Horst und Angie, habt Mut zur Polygamie!

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Über Viktor Leberecht 133 Artikel
Viktor Leberecht ist mein Pseudonym für meine Arbeit als freier Autor. Ich bin studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Ich lebe seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau. Ich schreibe über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben. Ich setze mich für Mehrfachbeziehungen im Rahmen der Menschenrechte ein, also natürlich gleiches Recht für alle.

5 Kommentare

  1. Gut, in dem Text steckt einiges an Ironie. Aber ich denke in der Tat, dass eine MODERNE konservative Politik einiges bewegen kann, auch wenn deren Image im Moment nicht allzu gut ist – was in gewissen Teilbereichen durchaus nachvollziehbar erscheint.

    Demgegenüber macht mir die Politik mach anderer Partei manchmal Angst …

  2. Allerdings noch als Ergänzung: die Polygamie halte ich nicht für unsere Gesellschaft geeignet, wohl fordere ich eine höhere Akzeptanz für alternative Beziehungsformen.

    • Zum zweiten Kommentar von Sven Fritz: Dass ich dazu eine andere Meinung habe, dürfte klar sein 😉 .

      Einfach als Denkanregung: viele der Argumente, die wir heute als Gegenargument zur Polygamie, sowohl im allgemeinen als auch speziell in unserer Gesellschaft hören, wurden (und werden immer noch) als Argumente gegen Homosexualität und gleichgeschlechtliche Ehen ins Feld geführt.
      Bis Anfang der siebziger Jahre waren homosexuelle Handlungen bei uns verboten, in den achtziger Jahren begannen zuerst Künstler, sich zur Homosexualität zu bekennen, bis schließlich sogar Politiker sich dazu bekennen konnten.

      Und wir haben einen CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten, dessen Ehebruch kein Hindernis beim Amtsantritt war (Gott, oder den realen Machtverhältnissen in der CSU sei Dank), sowie einen Bundespräsidenten, der seit zwanzig Jahren von seiner angetrauten Ehefrau getrennt lebt, aber nicht geschieden ist und mit einer anderen Frau lebt.

      Das finde ich alles positiv, weil es zeigt, dass in unserer Gesellschaft immer mehr gilt: Liebes- und Sexualleben sind Privatsache. Der Staat sollte sich da raushalten, solange es keinen dringenden Regelungsbedarf gibt.

      Und deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, dass Polygamie irgendwann auch offiziell einen Platz in unserer Gesellschaft erhält, und nicht mehr nur den traurig-inoffiziellen, den sie schon lange hat http://viktor-leberecht.de/wie-viele-menschen-leben-polyamorie/

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