Thesen zu Polygamie und Monogamie – alle Thesen

 

Meine Grundthese lautet, dass die freie Entscheidung über die Form des heterosexuellen, homosexuellen oder gemischt-sexuellen familiären Zusammenlebens ein Menschenrecht ist.

Liebe, Sexualität und Familie sind neben Geborenwerden und Sterben der privateste Bereich menschlicher Existenz, in den der Staat sich nur einzumischen hat, um Schaden von Einzelnen oder Mehreren abzuwenden oder entstandenen Schaden zu ahnden.

Daraus folgt, dass ein Verbot der von allen erwachsenen Beteiligten freiwillig und mit Wissen um alle Beteiligten eingegangenen polygamen Ehe gleichberechtigter Partner ein Verstoß gegen die Menschenrechte ist.

Darauf aufbauend habe ich mehrere Thesen zu Polygamie und Monogamie entwickelt, die ich Ihnen hier im Überblick vorstelle. Auf den Unterseiten, die Sie über das Menü oder über den Link am Ende jeder These ansteuern können, gehe ich vertieft auf die jeweilige These ein. Dabei sind diese Thesen und Ihre Formulierungen bitte als Vorschläge anzusehen, und ich lade Sie herzlich ein, diese zu kommentieren.

  1. Jeder erwachsene Mensch muss frei sein – ohne staatlichen, gesellschaftlichen, religiösen oder sonstigen Zwang – die ihm gemäße Liebes-, Ehe- und Familienform zu wählen, vorausgesetzt dass er damit anderen Menschen keinen Schaden zufügt. Mehr über These 1 lesen und kommentieren
  2. Niemand – kein Staat, Religion, Gesellschaft oder sonst eine Institution, Gruppe oder Person – hat ein Recht, einem erwachsenen Menschen vorzuschreiben oder gar mit Zwangsmitteln durchzusetzen, wie viele Menschen er lieben darf, mit wie vielen Menschen er gleichzeitig sexuelle Beziehungen haben darf und mit welchen und wie vielen Menschen er zu welcher Zeit Familie(n) gründet. Voraussetzung ist dabei, dass alle Beteiligten freiwillig und wissentlich diese Beziehungen eingehen, und dass mit der frei gewählten und auf gleichen Rechten basierenden Beziehungsform weder den direkt Beteiligten noch anderen Menschen Schaden zugefügt wird. Mehr über These 2 lesen und kommentieren.
  3. Das Verbot der Polygamie (als einer gesetzlich verankerten Lebensform) ist ein widerrechtlicher Eingriff des Staates in die persönlichen Freiheitsrechte des Menschen. Der Staat hat kein Recht, das Gefühls-, Liebes- und Familienleben der Menschen zu reglementieren, ebensowenig wie er ein Recht hat, das Sexualleben zu reglementieren, sofern nicht ein Schaden abgewendet bzw. entstandener Schaden geahndet werden muss, wie z.B.. bei Vergewaltigung, Sex mit Minderjährigen, Abhängigen etc. Das Recht, über die Gestaltung des Liebes-, Sexual-, Ehe- und Familienlebens liegt, wie alles Recht, zu allererst beim Individuum. Der Staat darf nur eingreifen, wenn Schaden für andere Individuen abgewendet / geahndet werden muss bzw. die Formen des Zusammenlebens der gesetzlichen Regelung bedürfen (Stichworte: gegenseitige Rechte und Pflichten der Ehepartner, Erziehung der Kinder, Erbschaft, Scheidung etc). Mehr über These 3 lesen und kommentieren.
  4. Die Festlegung der westlichen Staaten auf Monogamie ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als die christlichen Kirchen die Lebensmodelle vorgaben. In Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, als wir uns ein neues Grundgesetz gaben, wurde  ohne viel darüber nachzudenken die Monogamie als Selbstverständlichkeit übernommen. Die Zeit, in der die christlichen Lebensmodelle in den westlichen Staaten ohne Frage die Lebenswirklichkeit durchgehend prägten und deshalb auch sinnvollerweise in Gesetzen geregelt waren, ist jedoch längst vorbei, da die meisten Menschen in Deutschland und vielen anderen westlichen Ländern das christliche Lebensmodell nicht mehr als Leitbild ansehen, und viele keine Christen sind. Gesetze aber haben die Lebenswirklichkeit der Gesellschaft abzubilden und zu regeln, aber nicht ideologisch / religiös begründete Lebensmodelle vorzuschreiben oder überkommene Lebenformen festzuschreiben. Vor allem basiert unsere Gesellschaft in Deutschland heute auf den Grundrechten, die eine Trennung von Kirche und Staat sowie Religionsfreiheit festlegen. Wenn der Staat christliche Lebensmodelle / christliche Regeln zum Gesetz macht, ist das ein Verstoß gegen die in den Menschenrechten festgelegte Religionsfreiheit, und speziell in Deutschland auch ein Verstoß gegen die im Grundgesetz festgelegte Trennung von Staat und Kirche. Mehr über These 4 lesen und kommentieren.
  5. Auch Menschen, die monogam leben wollen, weil sie diese Lebensform für die richtige Art halten, Liebe und Partnerschaft zu leben, müssen ein Interesse an der Freigabe der Polygamie haben. Denn eine staatliche/religiös verordnete Monogamie ist immer in der Gefahr, zum erzwungenen Kontrollsystem zu entarten. Eine freiwillig gewählte Monogamie dagegen ist, zumindest per se, kein Kontrollsystem, sondern kann eine wunderbare Art des liebevollen Zusammenlebens sein. Aber auch diese Freiheit kann nur erreicht werden, wenn jeder Mensch frei wählen darf, ob er monogam oder polygam leben will, denn nur dann ist auch die Entscheidung für Monogamie eine freie Entscheidung. Mehr über These 5 lesen und kommentieren.
  6. Monogamie und Polygamie können in einer Gesellschaft gleichzeitig existieren. Mehr über These 6 lesen und kommentieren.
  7. Wer monogam leben will, soll dies dürfen und vom Staat darin unterstützt werden. Wer polygam leben will, soll dies dürfen und vom Staat darin unterstützt werden. Mehr über These 7 lesen und kommentieren.
  8. Männer und Frauen müssen das Recht haben, gleichzeitig mit mehreren Menschen eine Ehe oder andere Form der Gemeinschaft zu leben und darin vom Staat genauso unterstützt werden wie Menschen, die monogame Beziehungen führen. Mehr über These 8 lesen und kommentieren.
  9. Polygamie gleichberechtigter Partner ist eine den Menschen – Männern und Frauen – natürliche und zuträgliche Lebensform. Mehr über These 9 lesen und kommentieren.
  10. Polygamie erfordert einen hohen Grad an Liebesfähigkeit, da sie viel Vertrauen in die Liebe des anderen und in sich selbst – dass man liebenswert ist und geliebt wird – erfordert. Mehr über These 10 lesen und kommentieren.
  11. Polygamie erfordert einen hohen Grad an menschlicher Reife, da man dem Partner / der Partnerin vertrauen, Freiraum geben, weniger kontrollieren und die Angst vor Verlust überwinden muss, wenn der Partner / Partnerin Liebe und sexuelles Begehren für andere Menschen fühlt und auslebt. Dies gilt insbesondere in Gesellschaften, in denen diese Lebensform als anerkannte Lebensform neu ist, da die gesamte kulturelle Prägung (Gesellschaftliche Beziehungen, Moralvorstellungen, Literatur, Bildende Kunst, Musik, etc.) und damit die Mentalität seit Jahrunderten auf monogame Beziehungen ausgerichtet ist. Mehr über These 11 lesen und kommentieren.
  12. Polygamie gleichberechtigter Partner führt zu stabilen, dauerhaften Beziehungen, vielleicht sogar eher als Monogamie. Mehr über These 12 lesen und kommentieren.
  13. Die Notwendigkeit (evtl. auch der Reiz) des Fremdgehens, um Sex mit anderen Partnern zu haben, wird geringer, da durch die Polygamie der bei vielen Menschen vorhandene natürliche Wunsch nach sexueller Abwechslung befriedigt wird, ohne sich dafür mit fremden, unvertrauten Menschen einlassen zu müssen. Als Folge bleiben den Menschen die mit dem Fremdgehen einhergehenden Probleme erspart. Mehr über These 13 lesen und kommentieren.
  14. Polygamie gleichberechtigter Partner führt zu mehr Liebe. Ein Mensch darf endlich offen mehr als einen Menschen lieben und sich von mehr als einem Menschen lieben lassen. Dies erscheint als ein besserer Weg, als dies, wie in unseren Gesellschaften üblich, heimlich und verlogen hinter dem Rücken des Partners leben zu müssen; ausgerechnet hinter dem Rücken des Menschen, mit dem man eine auf Liebe und Vertrauen basierende Beziehung eingegangen ist / eingehen wollte. Kann es in einer Gesellschaft zuviel Liebe geben? Mehr über These 14 lesen und kommentieren.

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Notice: This article can also be found in a translated english version on my english-language website viktor-leberecht.com. How i do my translations.
Besuchen Sie auch meine Webseite Polygamie-ist-gut-fuer-Sie.de, die sich speziell den Vorzügen von Mehrfachbeziehungen (Polygamie / Polyamorie) für Frauen und Männer, Hetero-, Homo- und Bisexuelle, Familien und die Gesellschaft widmet.

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