CDU und CSU müssten Polygamie und Polyamorie unterstützen, wenn sie konsequent wären

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Wenn CDU und CSU ihre eigenen Argumente ernst nähmen, müssten sie Polygamie und Polyamorie unterstützen. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaft und eine eventuelle Aufwertung zur Ehe, hört man vom konservativen Flügel der CDU und natürlich von der CSU immer wieder das Argument von dem besonderen Schutz der Familie, dass dies unmöglich mache. Zuletzt wieder, als bekannt wurde, dass Hamburg im Bundesrat die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beantragen will (Bericht bei Tagesschau.de, Bericht in der Welt).

Warum Polygamie eigentlich legalisiert werden müsste

Der besondere Schutz von Ehe und Familie ist in Art. 6 Abs. 1 GG und durch Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts als „auf Dauer angelegte, in der rechtlich vorgesehenen Form geschlossene, grundsätzlich unauflösliche Lebensgemeinschaft von Mann und Frau“ festgelegt (gut erläutert in diesem Artikel auf Wikipedia). Abgesehen von der bisher mehrfach zum Ausdruck gebrachten Auffassung des Bundesverfassungsgerichts, was eine Ehe sei, gibt es meines Wissen keine Festlegung, dass dies eine monogame Ehe zwischen Mann und Frau sein muss.

Die Hauptbegründung für diese Bevorzugung ist, dass diese Art Ehe die Vorstufe der Familie sei, definiert als eine Ehe, aus der Nachwuchs hervorgeht, oder genau genommen, bereits hervorgegangen ist. Hierauf bauen dann auch jene aus CDU und CSU, die darauf ihre Ablehnung einer Homo-Ehe begründen. In dem oben schon verlinkten Artikel bei Tagesschau.de wird zitiert „Armin Laschet, CDU-Landeschef im mitgliederstärksten Landesverband Nordrhein-Westfalen, sagte der „Bild“-Zeitung: „Der Staat sollte Kinder fördern und nicht Lebensformen…“ [1.

Kommen Kinder nur aus monogamen Beziehungen?

Für mich aber folgt daraus eine ganz einfache Frage an Herrn Laschet und andere in der CDU und CSU. Wenn es darum geht, nicht Lebensformen, sondern Kinder zu fördern, warum dann noch eine so enge Einschränkung, welche Art Lebenform – heterosexuelle Monogamie – als Ehe definiert wird?

Glaubt irgendjemand, dass polygame Ehen oder polyamore Lebensgemeinschaften – zumindest solche zwischen Männern und Frauen – keine Kinder hervorbringen?

Wenn die Förderung von Kindern das Ziel ist und die Ehe als Vorstufe einer Familie mit Kindern geschützt wird, dann müssen konsequenterweise bei uns Mehrfachbeziehungen legalisiert werden und den besonderen Schutz des Grundgesetzes erhalten, da sie Vorstufe einer Familie sein können. Das kann als polygame Ehe in all ihren möglichen Formen geschehen (Polygynie, Polyandrie, Mehrfachehe) und natürlich auch als polyamore Lebensgemeinschaft.

Siehe dazu auch meine Thesen zu Polygamie und Monogamie, insbesondere These 1.

 

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Über Viktor Leberecht 686 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

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