Erstmalig alle Erwachsenen einer polyamoren Familie als Eltern anerkannt

UN-Menschenrechtscharta. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license. Molgreen [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]
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In Kanada wurden weltweit erstmalig alle Erwachsenen einer polyamoren Familie als Eltern anerkannt. Richter Fowler vom Obersten Gericht von Labrador und Neufundland (Familien-Abteilung) hat alle drei erwachsenen Mitglieder einer polyamoren Famile, zwei Männer und eine Frau, als Eltern des in der Beziehung geborenen Kindes anerkannt. Dabei bezog er sich als Begründung ausdrücklich auf das Kindeswohl, wie die Financial Post berichtet: All three adult members of polyamorous family deemed child’s parents by Newfoundland judge.

Die Begründung des Richters für seine Entscheidung

Im Folgenden eine Übersetzung durch mich, erstellt mithilfe von DeepL:

 

In der Einleitung zu seiner Entscheidung beschrieb Justice Fowler den unkonventionellen St. John’s Haushalt:

J.M. Und J.E. sind die beiden männlichen Partner in einer polyamorösen Beziehung mit C.C., der Mutter von A., einem Kind, das 2017 aus der Dreierbeziehung geboren wurde. Die Beziehung ist stabil und besteht seit Juni 2015. Keiner der Partner in dieser Beziehung ist verheiratet, und während die Identität der Mutter klar ist, ist der biologische Vater des Kindes unbekannt.

In seinem Urteil stellte Fowler fest, dass „das Kind, A., in eine stabile und liebevolle Familienbeziehung hineingeboren wurde, die, obwohl sie außerhalb des traditionellen Familienmodells liegt, eine sichere und nährende Umgebung bietet…..“. Ich kann nichts finden, um diese Beziehung aus der Sicht des Kindes zu verunglimpfen…… Diesem Kind die doppelte väterliche Abstammung zu verweigern, wäre nicht in seinem Interesse. Es darf nicht vergessen werden, dass es hier um das Wohl des Kindes und nicht um das Wohl der Eltern geht.

Was bedeutet das Urteil für Polyamorie und das Familienrecht?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, hieraus weitreichende Schlüsse zu ziehen. Kanada ist in seiner Gesetzgebung ohnehin recht fortschrittlich bei der Anpassung an neue  Entwicklungen in der Gesellschaft, wie der Artikel darstellt. Zuerst einmal hat dieses Urteil nur für Kanada Konsequenzen, wo es von nun als Präzedenzfall gelten kann. So wie sich auch dieses Urteil ebenfalls auf einen Präzedenzfall bezog, in dem 2007 zwei lesbischen Frauen gleichzeitig die Mutterschaft eines in ihrer Beziehung lebenden Kindes zugesprochen wurde.

In jedem Fall könnten polyamore Familien auch in anderen Ländern auf dieses Urteil verweisen, ebenso wie Polyamorie Aktivisten es als Beispiel anführen können.

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Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

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