Juristische Probleme mit Polyamorie (Corvallis Advocate, 14.02.2013)

Polyamory Flag

Juristische Probleme zählen zu den größten Schwierigkeiten für polyamor lebende Menschen . Es fehlen Möglichkeiten, ihre Beziehung legal abzusichern. Das bedeutet oft Probleme bei Fragen der Aufteilung von Geld und sonstigem Besitz, Erziehungsrechte, Bankvollmachten und vieles mehr.

Die Lage ist von Land zu Land und von Thema zu Thema unterschiedlich. In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, durch diverse bürokratische Vorgänge vieles zu regeln, von der Bankvollmacht bis zur Patientenverfügung. Aber es ist sehr aufwändig im Vergleich mit den klaren, weil gesetzlich verankerten Regeln bei verheirateten Paaren.

Eine beispielhafte Darstellung der Lage in den USA gibt der Artikel Sign Here and Here and Here: Exploring the Legality of Polyamory, aus dem Corvallis Advocate vom 14.02.2013 (Corvallis liegt in Oregon, USA)

Brauchen wir polyamore Beziehungsverträge?

Die Ansichten unter polyamoren Menschen in Deutschland, soweit ich es aus Teilnahme an Mailinglisten und Foren sagen kann, reicht von: ist mir egal, über ich will das alles privatrechtlich regeln, bis hin zu es sollte für alles klare, gesetzliche Regeln oder zumindest vorgegebene Hilfestellungen geben.

Weltweit werden die Meinungen ähnlich geteilt sein, aber als es einer brasilianischen Polytriade gelang, ihre Beziehung notariell registrieren zu lassen, brach weltweit in Polyblogs und Foren großer Jubel aus. Das scheint mir ein Indiz für eine starke Strömung zu sein, die genau wie ich meint, dass wir, für alle, die das wollen, Möglichkeiten brauchen, Mehrfachbeziehungen rechtlich abzusichern.

Ich könnte mir das ähnlich vorstellen wie bei der Patientenverfügung. Ich habe eine, und fand es sehr hilfreich, dass es dafür auf Grundlage der gesammelten Expertise von Fachleuten beim Bundesjustizministerium offizielle Vorlagen zum Herunterladen gibt. Darin sind auf Basis der bestehenden Rechtslage und der Erfahrung, was für Fälle geregelt werden müssen, diverse Wahlmöglichkeiten vorgegeben, ergänzt durch die Möglichkeit einer persönlichen Darstellung, was man will.

So ähnlich könnte es zum Beispiel Musterverträge für polyamore Beziehungen geben.

Ich wage zu behaupten, da die Lebensform der Polyamorie sich ausbreitet, wird die Politik sich nicht mehr lange vor dem Thema drücken können.

Sie finden in der Artikelserie Polyamorie und Recht und Gesetz im Polyamorie Magazin von Viktor Leberecht alle Artikel, in denen es um juristische Fragen im Zusammenhang mit Polyamorie geht.

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Über Viktor Leberecht 689 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

1 Kommentar

  1. Ich sehe die klassische Ehe als Versorgergemeinschaft ohnehin auf dem Abstellgleis. Sehr viele Ehen werden nach einigen Jahren geschieden, und die vielen mit der Ehe automatisch verbundenen (weil gesetzlich geregelten) Rechte und Pflichten führen genau dann zu gewaltigen Problemen in der Auseinandersetzung.
    Ich sehe die Zukunft in einem eigenverantwortlichen Leben, das eine temporäre Mitverantwortung für Kinder (logisch – und auch für die sozialen Väter, die ja nicht unbedingt auch die biologischen sein müssen) und auch für einen oder auch mehrere Geliebte mit einschließt.
    Wie weit so eine Verantwortung bei Kindern gehen soll, gehört in eine gesetzliche Regelung – alles andere sollte zwischen den Partnern individuell abgestimmt und festgehalten werden. Hier fände ich wichtig, dass es keine gesetzlichen Regelungen mehr gibt, die solche individuellen Regelungen in Zweifel ziehen oder gar aushebeln – zumindest nicht, solange nicht ein Partner dabei total übervorteilt wäre.

    Es ist doch gerade auch ein Ergebnis der Polyamory, die Beziehungen mit mehr Eigenverantwortung zu führen, denn nur so kann man auch gleichberechtigt an der Seite eines Partners (oder sogar mehrerer) agieren.

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