Monogam, Polygam, oder …gam?

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Zum Wochenende eine kurze Meditation über die Frage, was wir denn nun eigentlich sind: monogan oder polygam oder …gam? Vielleicht sind wir auch multigam oder flexigam?

Was sind wir denn nun?

Die Frage, ob es eine natürliche sexuelle Ausrichtung von Menschen gibt, gehört zu den am heißesten diskutierten Fragen, seit Menschen sich Gedanken darüber machen, statt einfach fröhlich drauf los zu vögeln, wie es – möglicherweise – unsere – möglicherweise – weniger intellektuell aktiven Vorfahren taten.

In einem früheren Artikel mit dem Titel „Vielleicht ist Monogamie widernatürlich“ habe ich die Pole der Diskussion dargestellt und geschrieben, es sei „bei einer so mannigfaltigen und ständig sich wandelnden “Sache” wie der Natur schwer zu sagen, was natürlich ist. Dazu müßte man ein bestimmtes Entwicklungsstadium einfrieren und dieses als das einzige und für alle Zeiten richtige erklären.“

In ähnlicher Weise argumtiert eine hervorragende Artikelserie von Patrick Clarkin, in welcher der Autor sich die verschiedenen Argumentationen anschaut und versucht, eine zusammenfassende Darstellung der vielfältigen und komplexen aktuellen Literatur zur so wichtigen Frage, ob wir monogan oder polygam oder wie er es nennt „blankogamous“ sind, was man ungefähr mit Leerstellen-gam übersetzen kann. Clarkin stellt denn auch dar, dass wir Menschen offenbar sehr flexibel sind, was unsere sexuelle Ausrichtung angeht.

Besonders gefiel mir – wie die meisten Menschen freue ich mich über Bestätigung -, dass Clarkin darstellt, wie wenig sinnvoll es ist, von einer natürlichen Ausrichtung zu sprechen, da Wandelbarkeit /Anpassungsfähigkeit eines bzw. das Grundgesetz der Evolution ist.

Dies scheint mir der wichtigste Gedanke in dieser von wichtigen und gut überlegten Gedanken nur so strotzenden Artikelserie zu sein.

Lassen wir einander – und lassen doch vor allem die Religiösen und die Herrschenden uns alle – doch bitte in Ruhe, was unsere sexuelle Ausrichtung angeht. Solange wir niemand Schaden zufügen, sollte jede und jeder so leben, lieben und vögeln dürfen, wie sie / er es will. Siehe dazu auch auch meine Thesen zu Polygamie und Monogamie, speziell These 1.

Die Serie beginnt hier und endet hier (in diesem bis dato letzten Artikel ist auch eine vollständige Liste der Artikel enthalten), die ich hier auch mitliefere:

  1. Part 1. Introduction Link
  2. Part 2. Promiscuity Link
  3. Part 3. Promiscuity (Genetics) Link
  4. Part 4. Promiscuity (Anatomy/Physiology) Link
  5. Part 5. Pair-Bonding and Romantic Love Link
  6. Part 6. Many Intimate Relationships Link
  7. Part 7. Is It Possible to Love Two People? Link
  8. Part 8. Love and Suffering Link
  9. Part 9. Love Is an Evolutionary Compromise  Link
  10. Part 10. Wondrously Complex Paleo-Sex Link
  11. Part 11. Sexaptation: The Many Functions of Sex Link
  12. Part 12. A Tripartite Conundrum Link
  13. Part 13. Is Monogamy ‘Natural?’ Link

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Über Viktor Leberecht 692 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

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