Polyamorie braucht rechtliche Absicherung sagt kanadischer Anwalt

Polyamory Flag

Ein kanadischer Anwalt sagt, Polyamorie braucht rechtliche Absicherung, da es immer mehr Menschen in polyamoren Beziehungen gibt. Wie gestern in meinem Artikel zu statistische Daten zur Verbreitung von Polyamorie in Kanada angekündigt, hier ein Überblick zur juristischen Situation für polyamor lebende Menschen in Kanada.

Diese Fragen sind auch für die Diskussion in Deutschland interessant, da polyamore Menschen hier keine formale Anerkennung oder Absicherung ihrer Familien haben.

Die Zahl der Polyamorie lebenden Menschen in Kanada wächst

In dem unten verlinkten Artikel des kanadischen AdvocateDaily, der am 5.11. in meinem Postfach landete, wies der Familienrechtler Richard Diamond aus Toronto darauf hin, dass immer mehr Menschen in Kanada polyamor lebten. Es seien zwar derzeit erst rund 72.000, aber deren Zahl werde voraussichtlich wachsen.

Diamond bezog sich auf eine 2016 veröfentlichte Studie, die von John-Paul Boyd, Executive Director des Canadian National Research Institute for Law and the Family durchgeführt wurde. Über diese Studie berichtete CBC am 14.9.2016 in dem Artikel Canadian polyamorists face unique legal challenges, research reveals.

Die juristische Situation für Polyamorie in Kanada

Studienleiter Boyd fasste bereits einige der Probleme zusammen, auf die polyamore Menschen stoßen (Übersetzung von mir):

„Die meisten Menschen, die in polyamoren Beziehungen involviert sind, haben Notfallverfügungen zur Behandlung von Gesundheitsfragen festgelegt. Viele haben auch Schulermächtigungen unterschrieben, so konnten andere Erwachsene als die Eltern wegen der Kinder mit der Schule interagieren konnten; gefolgt von den juristischen und medizinischen Vollmachten,“ sagte er.

Doch diese Maßnahmen gehen nur so weit. Boyd erklärt viele Gesetze und Regelungen berücksichtigen nur jemand mit einem einzelnen verheirateten oder Gemeindemitglied. Zum Beispiel in Alberta sieht das Gesetz über die Beziehungen zwischen Erwachsenen vor, dass jemand nicht mehr als einen Partner haben darf.

Weitere von Boyd genannte, ungeklärte Punkte sind Sorgerechte, Anspruch auf Unterhalt und weitere Themen. Letztlich geht es um das gesamte Familienrecht.

Der oben erwähnte Familienrechtler Diamond geht davon aus, dass sich aufgrund des wachsenden Trends eine Reihe rechtlicher Fragen ergeben könnten und erläutert das detailliert:

Es wird Fragen aufwerfen, zum Beispiel in Bezug darauf, was mit der Betreuung der Kinder nach dem Ausscheiden einer Person aus einer polyamoren Beziehung passiert.

Es gibt auch die Frage des Kindergelds. Zum Beispiel, wenn zwei von drei Personen das Haus verlassen, und ein Kind mit dem dritten Partner zurückbleibt. Hat der Elternteil Anspruch auf Unterstützung von den anderen beiden Eltern?

Andere mögliche Ausgaben schließen ein: Ansprüche und Haftung für Ehegattenunterhalt, Eigentum und wie man mit gemeinsamen Schulden umgeht, wenn alle Mitglieder des Haushalts verantwortlich werden, Diamond sagt.

Ohne Gesetzesänderungen kann es zu sehr ungerechten Ergebnissen führen, wenn sich diese Menschen trennen „, sagt er.

„Wenn das Gesetz die elterlichen Pflichten aller Parteien nicht anerkennt, kann das zu ungerechten Ergebnissen führen, wer Unterhalt zahlt und wer Zutritt oder Sorgerecht bekommt.“

Ein weiteres Konfliktpotential könnte auch das Einfamilienhaus sein. Die dritte Person in einem Verhältnis würde nicht die Rechte haben, die durch die Familiengesetze für Besitz des ehelichen Hauses geschützt würden, sagt Diamond.

Sie könnten einfach nach dem Willen des titulierten Ehegatten vertrieben werden „, sagt er. „Der Partner, der legal verheiratet ist, hätte mehr Rechte.“

Leute, die sich einer polyamoren Beziehung anschließen, sollten darüber nachdenken, einen detaillierten Vertrag abzuschließen, sagt Diamond,“so dass klar ist, welche Rechte und Pflichten für alle Beteiligten gelten.

Bereits 2013 hatte die Canadian Polyamory Association bei einer Tagung in Vancouver auf rechtliche Anerkennung gehofft: Polyamorists hope for future legal recognition.

Wird es in Kanada eine Verfassungsdebatte über Polyamorie geben?

Bereits bei Veröffentlichung seiner Studie in 2016 hatte Boyd gesagt, das Thema könnte sogar zu einer Verfassungsklage führen. In die gleiche Kerbe schlägt ein von Boyds Ergebnissen inspirierter Artikel von Brian Bird Is group marriage the next debate? Bird meint:

Früher oder später wird es Verfassungsklagen geben, die den Ausschluss der einvernehmlichen Erwachsenenpolyamorie von der zivilen Ehe und den vom Staat gewährten Ehegattenleistungen anfechten. Diese Herausforderungen könnten sich auf die Charta der Gleichberechtigung (Abschnitt 15) oder auf das Leben, die Freiheit und die Sicherheit der Person (Abschnitt 7) stützen.
Diese Klagen werden eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Ist die Ehe von Natur aus eine Vereinigung zweier Personen? Die mit der Entscheidung betrauten Gerichte könnten sich für die Beantwortung dieser Frage schlecht gerüstet finden. Der Grund dafür ist, kurz gesagt, dass unsere vorangegangenen Ehedebatten eine noch grundlegendere Frage weitgehend ignoriert haben: Was ist die Ehe?

Angesichts des Weges, den wir bei der rechtlichen Definition der Ehe eingeschlagen haben, gibt es wenig bis gar keine logische Grundlage, die Ehe auf zwei Personen zu beschränken. Beide Monogamie – die einzige traditionelle eheliche Norm, die nach wie vor durch das Gesetz bewahrt wird – und die damit verbundene Norm der sexuellen Exklusivität prallen aufeinander, wenn man die Ehe als tiefe emotionale oder romantische Bindung betrachtet. Während einige argumentieren könnten, dass Sie nur eine „Nummer Eins Person“ haben können, würden Menschen in polyamoren Beziehungen wahrscheinlich anderer Meinung sein.

Einige mögen vielleicht argumentieren, dass die (erneute) Neudefinition der Ehe zur einbeziehung der Polyamorie einen sozialen Fortschritt darstellt. Andere könnten argumentieren, dass es eine weitere Ent-Leerung des begrifflichen Inhalts der Ehe bedeute. Alle Seiten sind sich wahrscheinlich einig, dass die Ehe eine grundlegende gesellschaftliche Institution ist, die dem Gemeinwohl dient. Doch während es schwieriger wird, genau zu bestimmen, wo diese Institution aufhört und wo etwas anderes anfängt, wird es immer vernünftiger, sich zu fragen, warum der Staat überhaupt im Heiratsgeschäft ist.

Eine derartige Anfechtung kommt aktuell von anderer Seite, nämlich von kanadischen Mormonen. Polyamorie Magazin wird über die Entwicklung berichten.

Wenn der verlinkte Artikel nicht in einer Sprache ist, die Sie gut können, probieren Sie den Inhalt zu kopieren und bei Deepl einzugeben, einer Übersetzungsseite, die sehr gute Resultate liefert.

Links zu weiteren Informationen über Polyamorie und offene Beziehungen finden Sie unter diesem Artikel. Dort können Sie auch einen Kommentar schreiben.

Polyamorie braucht rechtliche Absicherung

Ich würde hier gerne eine Artikelvorschau zeigen, wie das auf den Webseiten vieler großer Medienhäuser üblich ist. Aber leider gibt es Abmahnanwälte, die sich zwar nicht an die Großen rantrauen, aber leider an kleine Webseitenbetreiber wie mich, deshalb nur der normale Link zum Originalartikel.

I would like to show an article preview here, as is usually done on the websites of many large media houses. But unfortunately there are lawyers, who don't dare to approach the big ones, but unfortunately attack small web page operators like me, therefore I can only provide the normal link to the original article:

Law must evolve to protect rights of polyamorists

Sie finden in der Artikelserie Polyamorie und Recht und Gesetz im Polyamorie Magazin von Viktor Leberecht alle Artikel, in denen es um juristische Fragen im Zusammenhang mit Polyamorie geht.

Die Webseite Viktor Leberecht - Übersicht über die Inhalte

Artikelserien

Allgmeine Informationen über Polyamorie, Polygamie und Offene Beziehung

Der Bereich Was ist Polyamorie? mit diversen Unterseiten wie Vorurteile über PolyamoriePolyamorie Events und Treffen und Polyamorie Wissenschaft.

Im Bereich Was ist Polygamie? finden Sie zum Beispiel Vorurteile über Polygamie, Polygamie Einführungen, und Polygamie Wissenschaft.

Noch in Arbeit: Der Bereich Was ist Offene Beziehung?

Meine Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung in der demokratischen Gesellschaft

Ich habe seit 2010 Thesen über den möglichen Beitrag von Nicht-Monogamie zur modernen, auf den Menschenrechten und Gleichberechtigung basierenden, demokratischen Gesellschaft veröffentlicht und diese ständig weiter entwickelt. Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung.

Experte, Redner, Autor und Berater für Polyamorie, Polygamie und offene Beziehungen: Viktor Leberecht

Ich biete zu den oben genannten Themen unter Engagieren Sie Viktor:

Schicken Sie gerne Ihre Anregungen, die sind willkommen

Wenn Sie Anregungen haben, schicken Sie diese gerne über das Kontaktformular, wobei es ein spezielles für die Presse gibt. Sie können auch auf jeder Seite Kommentare schreiben.

 

Über Viktor Leberecht 689 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich akzeptiere

*