Polyamorie in deutschen Medien März bis Mitte April 2017

Polyamory Flag

Im März/April war Polyamorie in deutschen Medien oft zu finden. Ausgerechnet in dieser Zeit war ich so sehr mit den technischen Arbeiten zum Aufsetzen von Polyamorie Magazin beschäftigt, ganz abgesehen von meiner Arbeit unter meinem bürgerlichen Namen, dass ich bisher nicht dazu kam, über diese Artikel zu berichten. Nachdem ich mit dem Artikel Polyamorie bei ZEIT Campus sowie dem Artikel Polyamorie ist auch feministisch, der Standard, 16.04.2017 letzte Woche die aktuelle Berichterstattung hier auf Polyamorie Magazin begonnen habe, ist es jetzt Zeit, die Berichterstattung über Polyamorie in deutschen Medien aus der Zeit davor zusammenzufassen.

10.03.2017: Zett berichtet über Polyamorie bei Jan und Maria

In einem ausführlichen und lesenswerten Artikel erzählt die Autorin Antonia Rosner von Jan und Maria:

Es gibt kaum ein Paar in meinem Freundeskreis, das sich auch nach mittlerweile vier Jahren Beziehung immer noch so verliebt anguckt, die Finger nicht voneinander lassen kann und so gut harmoniert.

Jan und Maria leben Polyamorie, und der Artikel erzählt, wie sie merkten, dass sie trotz aller Liebe auch Sex mit anderen wollten. Sie machten ihre Erfahrungen und entwickelten für sich einen Weg, wie sie lieben und leben. Das liest sich interessant und anregend.

Der dazu befragte Experte Matthias Jasper, Paartherapeut mit den Standorten Köln und Wächtersbach, fasst es recht gut zusammen:

Für Jan und Maria funktioniert ihr Beziehungsmodell, weil sie trotz Polygamie ihre Grenzen festgelegt haben. Sie leben in einer Partnerschaft, sprechen über Gefühle und ihre Bedürfnisse. Sie fühlen sich dadurch nicht bedroht, weil sie ihre Beziehung beispielsweise auch durch Regeln schützen.

Interessant auch, dass er von Polygamie spricht, nicht von Polyamorie.

Warum es okay ist, dass mein Partner mit anderen schlaeft.

11.03.2017: Unerfreuliche Untertöne gegen Polyamorie

In einer Kolumne im Kölner Stadtanzeiger beschwerte der Autor sich, dass wirklich jede und jeder allüberall sich über ihr Sexleben verbreiten. Ihn störte hier besonders das Niveau. Dem konnte ich eigentlich recht weitgehend zustimmen. Dann aber folgten Sätze über Polyamorie, die mir sauer aufstießen.

Ein wenig zu eng wäre die Schmuddelecke für ein Phänomen, das jetzt „Polyamorie“ genannt wird. Früher hatten wir als Vorbild dafür den Kommunarden Rainer Langhans mit seinem prominenten Harem in München-Schwabing. Die Flucht aus der Zweierbeziehung und der Versuch, Liebe und Sexualität vollständig voneinander zu trennen, sind schon aus der Antike bekannt. Aber Polyamorie klingt total chic, und sie lässt sich – wie damals in der Kommune – leicht umdeuten in ein Treiben mit emanzipatorischem Anstrich.

Damit soll es jede und jeder halten, wie sie und er will. Ich fürchte nur, ohne bewusstseinserweiternde Substanzen wird niemand dauerhaftes Lebensglück in solchen Konstruktionen finden. Quelle: http://www.ksta.de/26178118 ©2017

Nicht nur, dass der Autor die Polyamorie gar nicht verstanden hat, wenn er von Trennung von Liebe und Sexualität spricht. Aber bin ich überempfindlich, oder unterstellt der allen Polyamoren ständig auf Drogen zu sein? Auf meinen Kommentar hat er genau so wenig geantwortet, wie auf die anderen.

Wer nachlesen will: Fast jeder verbreitet sich über Sexualität.

14.03.2017: Studentenradio München über Polyamorie

Sicher nur begrenzte Verbreitung fand der kurze Beitrag im Studentenradio München, aber dennoch erfreulich. Und eine der beiden interviewten Personen hat auf Ihrer persönlichen Seite auch darüber geschrieben inklusive „Tonspur“. Wer nachhören will, klickt auf die beiden Links.

Hörbar: Polyamorie 

Persönlicher Blog

18.03.2017: Polyamorie in der Mittelbayerischen

In einem einführenden Artikel berichtet die Mittelbayerische über Polyamorie. Dabei wird unter anderem ein Psychologe interviewt, und es begegnen alte „Polyamorie-Bekannte, nämlich „Sex. Die wahre Geschichte“ von Chris Ryan und Cacilda Jetha und der Autor Friedemann Karig mit seinem Buch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie„.

Wer nachlesen will: Einen, zwei, drei, viele lieben.

25.03.2017: Polyamorie beim SWR

Im SWR lief eine Fernsehsendung, in der auch über Polyamorie berichtet wurde. Wer die Zusammenfassung nachlesen will, klickt auf diesen Link.

27.03.2017: Studie zeigt, nicht monogame Beziehungen funktionieren

Viel Aufsehen erregte eine Studie von Terri Conley, die zum einen die These vertritt, dass bisherige Forschung über Beziehungen von dem unbewussten Vorurteil geprägt war, dass Monogamie gut und natürlich ist. Andere Beziehungsformen schnitten daher in der Forschung meist schlechter ab.

Conley will hingegen gezeigt haben, dass Menschen in nicht-mongamen Beziehungen ebenso glücklich sind, wie in monogamen. Darüber wird hier demnächst noch ausführlich berichtet.

Wer jetzt schon mal etwas darüber lesen will, klickt auf diesen Link zum Artikel beim Business Insider.

30.03.2017: Interview mit Ulrich Clement in der ZEIT

Die Zeit führte ein ausführliches und interessantes Interview mit Ulrich Clement, der die Polyamorie als ein Phänomen des Rückzugs ins Private, nämlich der Fokussierung auf die Beziehung, interpretiert.

Wer nachlesen will, klickt auf: Polyamorie, Sex, freie Liebe.

01.04.2017: Artikel in der Welt. Nur für Abonnenten.

Nur für Abonnenten, aber der Vollständigkeit halber erwähnt sei ein Artikel in der Welt. Wer nachlesen will, klickt auf diesen Link zum Artikel.

07.04.2017: Ständig Grupensex bei Polyamorie? Nee!

Noch ein Artikel aus Ze.tt, diesmal ein Interview mit vier Menschen in den Dreißigern über ihre polyamore Viererbeziehung. Auch bei Ihnen spielen Abmachungen eine Rolle, oder in ihren Worten:

Regeln finde ich blöd, das klingt so nach Straßenverkehrsordnung. Eher Absprachen, Grenzen.

Und zur Frage des Polyamorie Coming-Out durchaus komisch:

Antonia: Wir binden das nicht jedem auf die Nase, aber es ist auch nicht so, dass wir uns verstecken.

Max: Wenn man Menschen zum ersten Mal erzählt von unserer Vierer-Konstellation, hört man meist als erstes: „Oh, ihr habt ganz viel Gruppensex“. Nee, haben wir nicht! Insofern muss man schon überlegen, wem man davon erzählt. Auf Arbeit würde ich das nicht offiziell erzählen. Auch wenn ich festgestellt habe, dass ich manchmal von meiner Frau und manchmal von meiner Freundin spreche und niemand mitkriegt, dass ich unterschiedliche Frauen meine. Sie können es sich einfach nicht vorstellen.

Johanna: Weil es eine ungewöhnliche und nicht massenkonforme Beziehungskonstellation ist. Ich habe ein ganz gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber irgendwie traue ich denen im Moment nicht zu, dass sie das entspannt aufnehmen

Wer nachlesen will, klickt auf diesen Link zum Artikel.

08.04.2017: Eigentlich sind wir ja doch monogam, oder?

Einen Überblick zum Thema Polyamorie gibt die Sächsische Zeitung mit einem bunten Strauß an positiven und kritischen Aussagen. Wer nachlesen will, klickt auf diesen Link zum Artikel Liebe zu dritt. Den gleichen Artikel gab es auch in der Freien Presse.

Das war es zur Polyamorie in deutschen Medien. ab jetzt werde ich hier hoffentlich immer aktuell sein.

Dieser Artikel erschien bei Viktor Leberecht.

Polyamorie Magazin

Sie finden im Polyamorie Magazin auf der Website Viktor-Leberecht.de von Viktor Leberecht alle Artikel zu Polyamorie, unterteilt in diverse Unterbereiche, wo es vor allem darum geht, was Polyamorie ist, wie Menschen Polyamorie leben, ob und warum Sie es heimlich tun oder sich zum Polyamorie Coming-Out entschließen.

Dieser Artikel erschien bei Viktor Leberecht.

Die Webseite Viktor Leberecht - Übersicht über die Inhalte

Sie finden auf der Website von Viktor Leberecht - Experte, Redner, Autor und Berater für Polyamorie und offene Beziehungen sowie Aktivist für Liebe und Familie frei von staatlicher Überregulierung -, aktuelle Artikel und allgemeine Informationen über Polyamorie, Polygamie und offene Beziehung. Und Sie erfahren, wie wir alle, auch die Anhänger der Monogamie, von übermäßiger und verfassungswidriger staatlicher Regulierung unseres Liebes- und Familienlebens eingeschränkt werden.

Artikelserien

Die Artikel habe ich zumeist selbst geschrieben, außer es ist ein anderer Autor genannt.

Allgmeine Informationen über Polyamorie, Polygamie und Offene Beziehung

Der Bereich Was ist Polyamorie? mit diversen Unterseiten wie Vorurteile über PolyamoriePolyamorie Events und Treffen und Polyamorie Dating WebseitenPolyamorie Wissenschaft.

Im Bereich Was ist Polygamie? finden Sie zum Beispiel Vorurteile über Polygamie, Polygamie Einführungen, und Polygamie Wissenschaft.

Noch in Arbeit ist: Der Bereich Was ist Offene Beziehung?

Meine Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung in der demokratischen Gesellschaft

Ich habe im Jahr 2010 Thesen über den möglichen Beitrag von Nicht-Monogamie zur modernen, auf den Menschenrechten und Gleichberechtigung basierenden, demokratischen Gesellschaft veröffentlicht und diese ständig weiter entwickelt. Aus den Thesen erfahren Sie, wie Liebe und Familie frei von staatlicher Überregulierung in einer demokratischen Gesellschaft gestaltet werden könnten, und wie wir alle, auch die Anhänger der Monogamie, von übermäßiger und verfassungswidriger staatlicher Regulierung unseres Liebes- und Familienlebens eingeschränkt werden. Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung.

Experte, Redner, Autor und Berater für Polyamorie und offene Beziehungen: Viktor Leberecht

Ich biete zu den oben genannten Themen:

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Über Viktor Leberecht 690 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

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