Polyamorie im Krimi beim ZDF – geht doch

Polyamory Flag

Wie man Polyamorie im Krimi in einer zur Unterhaltung gedachten Serie faktisch korrekt darstellen kann, machte das ZDF am vergangenen Freitag, den 19.05.2017, vor. Natürlich war da auch einiges reißerisch und seicht, aber es ist eben Unterhaltung, nicht Aufklärung oder Dokumentation.

Polyamorie ganz klassisch mit Hierarchien

In der Folge 11 der Staffel 6 der Krimireihe „Letzte Spur Berlin“ mit dem Titel „Liebesreigen“ verschwindet

die Sexualtherapeutin Annika Bischoff. Ihr Lebenspartner Jovan glaubt, dass ihr der Patient Rico etwas angetan haben könnte.

Rico stalkte Frauen, bis er eine von ihnen entführte und in seinem Haus festhielt. Als sich Radek und sein Team bei Annika umsehen, stoßen sie auf ihren zweiten Lebensgefährten Kai. Die Sexualtherapeutin lebt mit den Männern in einer polyamoren Lebensgemeinschaft.
Hier liebt jeder jeden, und es gibt keine Eifersucht. Nicht einmal jetzt, wo Christine als vierte im Bunde in die WG eingezogen ist. Das Zusammenleben, strikt geregelt mit hierarchischen Regeln und Beischlafplänen, scheint auf den ersten Blick wenig Anhaltspunkte für Annikas Verschwinden zu liefern.

Die Story kann man gut oder schlecht finden, ich halte mich zurück. Mir gefiel, dass es ausführliche Passagen gibt, in denen erläutert wird, wie diese Art der Polyamorie funktioniert. Es ist die „klassische“ Form mit klaren Hierarchien, wie sie in den Anfängen der Polyamorie gedacht wurde. Da gibt es einen wichtigsten Partner/-in, und die weiteren müssen gegebenenfalls zurückstehen.

Polyamorie im Krimi mit realistischer Reaktion des Umfelds

Die Erläuterungen zur Polyamorie kommen in diesem Krimi zum einen von denen, die sie leben. Sie kommen aber auch von Mitgliedern des Ermittlerteams, die ihren zum Teil skeptischen Kollegen erklären, wie das funktioniert.

Und das ist ziemlich realistisch dargestellt, denn skeptische und ablehnende Reaktionen kennt jeder Polyamorie lebende Mensch. Wer sich zum offenen Umgang damit entschließt, erlebt das bisher fast zwangsläufig, wie Sie in Artikeln in der Serie Coming-Out als Polyamor lesen können.

In jedem Fall erscheint die Darstellung in diesem Krimi besser, weil korrekt und realitätsnäher, als so manche Darstellung in den Medien: Polyamorie in den Medien, Kritik bei OBHD.

Heute abend übrigens gibt es einen Tatort, dessen Inhaltsangabe behauptet, dass darin Polyamorie vorkommt. Aber wenn man die liest, klingt das, als sei es genau eines der bei OBHD und auch von mir oft kritisierten schlechten Beispiele für eine falsche Darstellung von Polyamorie: Polyamorie im Tatort.

Sie finden in der Artikelserie Polyamorie im TV im Polyamorie Magazin von Viktor Leberecht alle Artikel, in denen es um Fernsehsendungen geht, in denen Polyamorie eine Rolle spielt.

Die Webseite Viktor Leberecht - Übersicht über die Inhalte

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Ich habe seit 2010 Thesen über den möglichen Beitrag von Nicht-Monogamie zur modernen, auf den Menschenrechten und Gleichberechtigung basierenden, demokratischen Gesellschaft veröffentlicht und diese ständig weiter entwickelt. Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung.

Experte, Redner, Autor und Berater für Polyamorie, Polygamie und offene Beziehungen: Viktor Leberecht

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Über Viktor Leberecht 692 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren und offenen Beziehung mit einer Frau, die mit einem anderen Mann verheiratet war - ihr Ehemann starb 2018. Viktor redet und schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben.

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