Auf der Seite „Polygamie Wissenschaft“ stellt die „Webseite Viktor Leberechte“ Ihnen grundlegende Informationen und Links zu Ergebnissen der Wissenschaft über Polygamie zur Verfügung. Hier fasse ich wissenschaftliche Artikel zusammen, die mir besonders wichtig erscheinen.

Ökonomen finden Vorteile der Polygynie für Frauen

Die Liste beginnt heute – am 1. Juli 2012, dem Tag der ersten Veröffentlichung dieser Seite – mit einem Artikel, dessen Ergebnisse nichts weniger als revolutionär sind. Polygamie wird üblicherweise als altmodische Lebensform dargestellt, die ökonomische Nachteile bringe, Frauen benachteilige und mit einer demokratischen Gesellschaft unvereinbar sei. In der wissenschaftlichen Studie “From Polygyny to Serial Monogamy: a Unified Theory of Marriage Institutions vom Mai 2012 stellen die Ökonomieprofessoren David de la Croix und Fabio Mariani von der Université catholique de Louvain die These auf, Polygamie in Form der Polygynie sei mit Demokratie vereinbar und könne für Frauen ökonomisch sinnvoll sein. Dies ist erste mir bekannte Studie, die mit seriöser ökonomischer Theorie beweist, dass Polygamie für moderne, demokratische Gesellschaften ein sinnvoller Weg sein kann und keineswegs den Interessen der Menschen und insbesondere den Interessen der Frauen zuwider laufen muss. Professor David de la Croix und Professor Fabio Mariani lehren an der Université catholique de Louvain, hier finden Sie Informationen zur Université catholique de Louvain auf Wikipedia.[1. Ich habe bereits früher über diese Studie berichtet.]

Polygamie in über 80 % aller Gesellschaften erlaubt

Laut Oxford Handbook of Evolutionary Psychology von 2007 gibt es 83 Prozent aller menschlichen Gesellschaften Polygamie in Form der Polygynie, und in 0,05% gibt es die Praxis der Polyandrie, also eine Frau mit mehreren Männern. Unter den offiziell monogamen Gesellschaften sind nicht wirklich monogam, sondern beinhalten Elemente der Polygynie. Gesellschaftlich gibt es die Monogamie also real gar nicht. Diese Angaben finden sich in Kapitel 30.3.1. des Oxford Handbook of Evolutionary Psychology von 2007.

Die zugrundeliegenden Daten sind allerdings zum Teil veraltet. Inzwischen gibt es Forschungen, welche zeigen, dass Polyandrie weiter verbreitet ist, als bisher angenommen gefunden, leider ist mir keine neue Zahl zu deren prozentualen Anteilen an den Gesellschaften bekannt.

Tsapelas, I, HE Fisher, and A Aron (2010) “Infidelity: when, where, why.” IN WR Cupach and BH Spitzberg, The Dark Side of Close Relationships II, New York: Routledge, pp 175-196. Diese Studie beschäftigt sich zwar vor allem mit dem Thema Untreue, und ist besonders interessant, weil sie dazu weltweite Daten und Informationen aus der Geschichte gesammelt hat, deshalb steht sie auch auf meiner Seite mit Statistiken. Die Studie enthält aber auch Informationen zur tatsächlich geringen Verbreitung von Polygamie in polygynen Gesellschaften:  “Polygyny is permitted in 84% of human societies; but in the vast majority of these cultures, only 5% to 10% of men actually have several wives simultaneously (Frayser, 1985; Murdock &White, 1969; van den Berghe, 1979).”  Zitiert nach: Tsapelas, I, HE Fisher, and A Aron (2010) “Infidelity: when, where, why.” IN WR Cupach and BH Spitzberg, The Dark Side of Close Relationships II, New York: Routledge, pp 175-196.  Das PDF mit diesem Artikel kann hier heruntergeladen werden und dort findet sich die zitierte Stelle auf Seite 2.

Meinungsumfragen zu Polygamie in Deutschland

In einer Umfrage bei dem Erotik- und Dating-Portal Joyclub sprachen sich im Juli 2017 von 1620 befragten Mitgliedern, die Polyamorie und offene Beziehung leben, 24% für Polygamie als Eheform aus. Allerdings waren gleichzeitig 21% der Meinung, die Ehe sei insgesamt ein veraltetes Modell, das zukünftig gar nicht mehr in die Gesetzbücher gehöre. Und 55% waren der Meinung, die Ehe solle auch weiterhin ein Modell für zwei Menschen bleiben.

Mangels Vergleichszahlen kann ich hier keine sichere Aussage treffen. Ich vermute jedoch aufgrund der üblicherweise negativen Reaktionen, welche schon die Polyamorie in öffentlichen Diskussionen oft hervorruft, dass der Prozentsatz an Zustimmung in der Umfrage bei Joyclub für Deutschland ungewöhnlich hoch ist. In diese Richtung weist auch eine Untersuchung der Konrad Adenauer Stiftung von 2014, wonach es in Deutschland kein Leitbild einer polygamen Struktur gebe. [1.Familienleitbilder in Deutschland]

Dieser Artikel erschien bei Viktor Leberecht.

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Artikelserien

Die Artikel habe ich zumeist selbst geschrieben, außer es ist ein anderer Autor genannt.

Allgmeine Informationen über Polyamorie, Polygamie und Offene Beziehung

Der Bereich Was ist Polyamorie? mit diversen Unterseiten wie Vorurteile über PolyamoriePolyamorie Events und Treffen und Polyamorie Dating WebseitenPolyamorie Wissenschaft.

Im Bereich Was ist Polygamie? finden Sie zum Beispiel Vorurteile über Polygamie, Polygamie Einführungen, und Polygamie Wissenschaft.

Noch in Arbeit ist: Der Bereich Was ist Offene Beziehung?

Meine Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung in der demokratischen Gesellschaft

Ich habe im Jahr 2010 Thesen über den möglichen Beitrag von Nicht-Monogamie zur modernen, auf den Menschenrechten und Gleichberechtigung basierenden, demokratischen Gesellschaft veröffentlicht und diese ständig weiter entwickelt. Aus den Thesen erfahren Sie, wie Liebe und Familie frei von staatlicher Überregulierung in einer demokratischen Gesellschaft gestaltet werden könnten, und wie wir alle, auch die Anhänger der Monogamie, von übermäßiger und verfassungswidriger staatlicher Regulierung unseres Liebes- und Familienlebens eingeschränkt werden. Thesen über Liebe und Familie frei von übertriebener staatlicher Regulierung.

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